Girls Day Akademie

Girls Day Akademie

 

GDA
beim Infotruck Metall & Elektro

Girls Day Akademie

 

GDA
bei der Firma Einhell

Girls Day Akademie

 

GDA
bei der Firma Mann&Hummel

Girls Day Akademie

 

GDA
bei der Firma Dräxlmaier

 

Girls Day Akademie

 

GDA
bei der Technischen Hochschule Deggendorf

 

Girls Day Akademie

 

GDA
in der Ausbildungswerkstatt

 

Girls Day Akademie

 

GDA
bei der Preisverleihung "Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung 2017"

 

Girls Day Akademie

 

GDA
bei der Projektarbeit

 

Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung 2017

Vertiefter Einblick in MINT-Berufe

Zehnjähriges Jubiläum der „Girls’ Day Akademie“

Seit 2013 wird das Gemeinschaftsprojekt der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme mit der Agentur für Arbeit in Landshut und der Regionaldirektion Bayern angeboten – auch mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Die „Girls‘ Day Akademie“ geht somit an der Viktor-Karell-Realschule im Schuljahr 2022/23 in die zehnte Runde. Neben den regionalen Projektbetreuern kümmern sich die Lehrkräfte Britta Kühbeck und Lukas Geißler um die 15 teilnehmenden Mädchen. Die „Girls‘ Day Akademie“ gibt es an zehn weiteren bayerischen Realschulen, an vier Gymnasien und einer Gesamtschule – insgesamt an 15 Standorten in Bayern.

Ziel des Projektes ist es, Mädchen für Technik zu begeistern und sie intensiv über naturwissenschaftlich-technische Ausbildungsberufe sowie Studiengänge zu informieren. Die Teilnehmerinnen des Wahlfaches waren allesamt aus der achten Jahrgangsstufe, die sich regulär am Dienstagnachmittag trafen. Neben zahlreichen Workshops und Expertengesprächen gab es aber auch viele Betriebsexkursionen, welche eine mehrstündige Unterrichtsbefreiung erforderlich machten.

Bei Projektauftakt Ende September ging es zunächst vor allem um das Kennenlernen und die Gruppenfindung, wobei die Mädchen beim Geschicklichkeitsspiel „Tower of Power“ großen Teamgeist unter Beweis stellten. Nach einer Einführung in die MINT-Themengebiete wurden auch die Erwartungen der Schülerinnen an die GDA abgefragt und grundlegende Informationen zu Exkursionen an außerschulische Lernorte gegeben.

Ende Oktober stand die erste Betriebserkundung auf dem Programm. Auf dem Rundgang durch die Firma Einhell lernten die GDA-Teilnehmerinnen alle Bereiche kennen, von Logistik einschließlich dem Hochregallager bis hin zum Werksverkauf mit angeschlossenem Onlineshop. Abschließend wurden den Mädchen die möglichen Ausbildungsberufe vorgestellt.

Mitte November hatten die Mädels die Gelegenheit, eine Astronautin zu treffen. Dr. Suzanna Randall war online zu Gast bei der Landauer Girls’ Day Akademie. Geduldig und mit sympathischem Lächeln beantwortete die promovierte Physikerin die Interviewfragen zu ihrer Motivation, diesen seltenen Beruf zu wählen, sowie zum Ablauf und zu den Bedingungen der langjährigen Ausbildung.

Die Berufsmesse des Landkreises "Bleib hier" besuchte die GDA Ende November. Dort wurden die ersten Kontakte zu regionalen Unternehmen hergestellt und Informationen über zahlreiche Berufe im technischen Feld gesammelt. Bei späteren GDA-Treffen beschäftigten sich die Mädchen intensiv mit den Themen „Stärken-Schwächen“, „Persönlichkeitsanalyse“ und „Bewerbungstraining“, um ihre Berufswahlkompetenz zu verbessern. Zusätzlich wurde ein MINT-Informationsabend für die Mädchen und ihre Eltern angeboten, dieser war auch für andere interessierte Realschülerinnen zugänglich. Kurz vor den Pfingstferien präsentierte dann auch noch die Bundeswehr in der Schule ihre verschiedenen Berufsmöglichkeiten und stellte die technischen und nicht-technischen Ausbildungsberufe vor.

Im Dezember war die GDA dann zu Besuch bei der Automobilzulieferer MANN + HUMMEL in Marklkofen, mit der seit Beginn des Projekts eine intensive Zusammenarbeit besteht. Zunächst gab es eine exklusive Betriebsbesichtigung; anschließend informierte Ausbildungsleiter Michael Maier über das Unternehmen sowie über berufliche Möglichkeiten und gab viele Tipps rund um die Bewerbung. Bei einem zweiten Termin im April durften die Technikmädels in der Lehrwerkstatt zusammen mit Auszubildenden zwei Praxisprojekte durchführen und dabei sogar die Technik des Schweißens ausprobieren.

Ende Januar hatte die Landauer Firma Horsch Leeb die GDA zu einer Betriebserkundung eingeladen. Nach einer Werksführung und einem kurzen Vortrag über das Unternehmen, durften die Teilnehmerinnen mit den riesigen Landmaschinen mitfahren. Zudem wurden die praktischen Fähigkeiten der Mädchen beim Bau eines „Vier gewinnt“-Spiels und bei der Fertigung einer Schachfigur an einer CNC-Fräse auf die Probe gestellt.

Das „Bayerwald Xperium“ in St. Englmar, das Werkstatt und Ausstellung zugleich ist, wurde Mitte Februar besucht. Hier konnten die Mädchen naturwissenschaftlichen Phänomenen durch ­eigene Ex­perimente auf den Grund gehen, zum Beispiel die Oberflächenspannung von körpergroßen Seifenblasen oder das Phänomen der optischen Täuschung kennenlernen.

Am offiziellen Girls‘ Day waren die Technik-Mädels einer Einladung zur Gießerei Pinterguss nach Deggendorf gefolgt. Bei dem Rundgang durch die Produktion beeindruckten vor allem die extrem hohen Temperaturen, bei denen die vielfältigen Spezialaufträge in Sandformen gegossen werden. Auch die Begegnung mit einem „role model“ war sehr interessant: Die junge Mitarbeiterin konnte ihre Begeisterung für ihren frauenuntypischen Beruf der Gießereimechanikerin sehr gut an die Schülerinnen weitergeben.

Eine perfekte Verbindung von Theorie und Praxis war wiederum die Fahrt zur Technischen Hochschule Deggendorf Anfang Mai. Hier bekamen die GDA-Teilnehmerinnen zunächst einen Überblick über die verschiedenen Studiengänge und die Bedeutung von MINT im Alltag und Berufsleben vermittelt. Danach wurde der Fachbereich Medientechnik erkundet, einschließlich einer Probemoderation im Radiostudio und einem Abstecher in den Reflexionsarmen Raum. Unter Anleitung einer jungen Ingenieur bauten die Technikgirls in einem Elektronikworkshop eine „Wunderlampe“, die im 3D-Drucker eine individuelle Gravur erhielt.

Kurz vor den Pfingstferien fuhr die GDA dann noch zur Firma Vedder nach Haidlfing. Das auf den Innenausbau von Luxusyachten spezialisierte Unternehmen zeigte die Umsetzung von sehr

anspruchsvollen Kundenwünschen an Beispielen aus Planung und Produktion auf. Staunen löste so manches kostspielige Detail und die Großzügigkeit der Innenräume von Privatschiffen aus, die die meisten allenfalls auf einer Kreuzfahrt oder im Fernsehen zu Gesicht bekommen.

Auch in diesem Durchlauf der GDA stand wieder das praktische Arbeiten im Mittelpunkt.

Bereits Mitte Oktober wurde das erste praktische Projekt in Angriff genommen. Die Teilnehmerinnen bauten in einer Lehrwerkstatt eine Laterne aus Metall und sammelten erste Erfahrungen im Sägen, Feilen, Bohren und anderen Bearbeitungstechniken. Beim Grundkurs Löten wurden Pyramiden in verschiedenen Schwierigkeitsstufen und andere Formen erstellt. Für den Bau und die Endbearbeitung einer „Robo-Biene“ brauchten die geschickten Mädchen drei Werkstattnachmittage.

Für die Schülerinnen bedeutete die „Girls’ Day Akademie“ durch den hohen Zeitaufwand einerseits eine große Anstrengung. Andererseits wird ihnen die praxisnahe und vertiefte Berufsorientierung enorm bei der Suche nach dem für sie idealen Beruf helfen. Auf der offiziellen Abschlussveranstaltung am 4. Juli präsentierten die Mädchen mit einer Power Point Präsentation den Ablauf des Projekts. Eltern, Firmenvertreter, Referenten und auch ehemalige GDA-Teilnehmerinnen bildeten das Publikum und bekamen ein sehr kurzweiliges Programm geboten, dessen Höhepunkt die Übergabe der Zertifikate an die Teilnehmerinnen war und mit einem Buffet sowie Gesprächen ausklang.

Britta Kühbeck, Lukas Geißler